Hannah Arendt – Vita activa – vom tätigen Leben zur Liebe

Hannah Arendt

Die Kunst des Neuanfangs

Hannah Arendt in New York

Hannah Arendt wurde 1906 in Hannover geboren, studierte Philosophie bei Martin Heidegger und Karl Jaspers. 1933 floh sie vor dem deutschen Nationalsozialismus zunächst nach Paris, wo sie für jüdische Flüchtlingsorganisationen arbeitete. 1941, nach der Besetzung Frankreichs, gelang ihr mit einem der letzten Schiffe die Flucht nach New York – staatenlos, ohne Geld, ohne Sprache, aber mit der Gewissheit ihrer jüdischen Herkunft, die ein wesentlicher Bestandteil für sie war. Hannah Arendt verstarb 1975 in New York.

Fähigkeit zum Neubeginn ...

In New York begann sie neu. Sie erlernte mit geringen Englischkenntnissen die Sprache und perfektionierte ihr Englisch in kurzer Zei. Schon ein Jahr später wurden ihre Texte in amerikanischen Zeitschriften veröffentlich. Danach arbeitete als Lektorin, später lehrte sie an verschiedenen Universitäten, darunter der New School for Social Research. Hier schrieb sie ihre bedeutendsten Werke: „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“, „Vita activa“, „Eichmann in Jerusalem“. Sie lebte jahrzehntelang in Manhattan, bis zu ihrem Tod 1975.

Im Zentrum ihres Denkens steht ein Gedanke, der seltsam einfach klingt und doch radikal ist: dass mit jedem Menschen etwas völlig Neues in die Welt kommt. Sie nannte das Natalität – Geburtlichkeit. Nicht nur die biologische Geburt, sondern diese Fähigkeit des Menschen, immer wieder neu anfangen zu können. „Dass jemand geboren wurde“, schrieb sie, „bedeutet, dass etwas ganz Unerwartetes geschehen kann.“

Diese Fähigkeit zum Anfangen zeigt sich für Arendt besonders dort, wo Menschen einander versprechen. Ein Versprechen ist riskant – die Zukunft ist offen, ungewiss, nicht kontrollierbar. Und doch wagen wir es, uns zu binden, uns festzulegen. Das Versprechen schafft einen kleinen Raum der Verlässlichkeit in einer ungewissen Welt. Nicht durch Kontrolle, sondern durch Vertrauen.
„Arendt hat gezeigt, wie gefährlich es wird, wenn Menschen aufhören zu denken und nur noch funktionieren. Wenn sie in Strukturen aufgehen und dabei die Fähigkeit verlieren, den konkreten Menschen vor sich wahrzunehmen. Sie nannte das die ‚Banalität des Bösen‘ – nicht nur Monster begehen das Schlimmste, sondern Menschen, die aufgehört haben, wirklich hinzusehen, wirklich da zu sein, nur noch der Funktion zu dienen und somit zu Instrumenten in einem Apparat, der sich selbst verwaltet.

Liebe ist das genaue Gegenteil:

Sie sieht den anderen in seiner Einzigartigkeit, nicht als Funktion. Sie ist Aufmerksamkeit, Präsenz, Bereitschaft, sich berühren zu lassen.

Eine Hochzeit ist genau das: ein Neuanfang, ein Versprechen trotz aller Ungewissheit. Zwei Menschen sagen Ja zu etwas, das sie nicht vollständig wissen können. Sie vertrauen darauf, dass sie gemeinsam fähig bleiben, immer wieder neu anzufangen – mit all dem, was kommt.

New York war für Hannah Arendt dieser Ort des Neuanfangs. Vielleicht ist eine Heirat in dieser Stadt auch eine Begegnung mit diesem Gedanken: dass Anfangen auch Neu ist. Ob als Neubeginn oder als Neuanfang, egal wie, aber mit allem was kommt.

Welche Bedeutung hat dies für Heiraten in New York.

Mein kleiner Blog soll eine Art von Appendix zum Thema Heiraten New York sein und all jenen, die vielleicht eine Anfrage zur Hochzeit in New York stellen, ein wenig Lesestoff über das Thema Liebe & Philosophie zu vermitteln.

Drei Werke von Hannah Arendt

Die Freiheit, frei zu sein

Das Buch beschreibt was ist Freiheit und was bedeutet sie uns? Begreifen wir sie nur als die Abwesenheit von Furcht und von Zwängen, oder meint Freiheit nicht vielmehr auch, sich an gesellschaftlichen Prozessen zu beteiligen, eine eigene politische Stimme zu haben, um von anderen gehört, erkannt und schließlich erinnert zu werden?

Eichmann in Jerusalem: Ein Bericht von der Banalität des Bösen

1961 berichtete Hannah Arendt über den Prozess gegen den NS Beamten Adolf Eichmann ein Organisator der Logistic des Holocaust. Aus der Sicht von Arendt war Eichmann kein ideologischer Hasstäter, sonder ein „dienstbefließener“, karriereorientierte Pflichtmensch, der Befehle, quasi „Blind“ befolgte. Arendt folgerte u.a. aus ihren Beobachtungen:

  • das absolut Böse, kann auch von durchschnittlichen Menschen getan werden, welche devot und abhängig Befehle befolgen.
  • Nicht denken, nicht urteilen, ein Rädchen im Getriebe sein und das Böse wird banal.
  • Kein Missverständnis! Arendt schreibt nicht, dass die Schrecklichkeit, das Unvergleichliche und die unmenschliche Tat banal wäre, sondern die Gedankenlosigkeit und systemische Abhängigkeit des Täters.
  • Somit: Beschreibt die „Banalität des Bösen“ wie radikal böse Taten von ganz gewöhnlichen, gedankenlosen Menschen in einem bürokratischen System begangen werden können, wenn sie ihre moralische Urteilsfähigkeit ausschalten und als devote Untertanen Befehle befolgen.

Vita activa oder Vom tätigen Leben

Das Buch ist auch eine Warnung vor der Entpolitisierung des Menschen. Es ruft auf zur Fähigkeit, durch Wort und Tat Neues zu beginnen. Zu verstehen, was Arendt mit „Vom tätigen Leben“ meint, ist eine Herausforderung. Es fordert uns auf darüber nachzudenken, was wir tun, wenn wir tätig sind und ob wir nicht mit Handeln unsere Welt herstellen sollen, abseits von reinem Konsum und technokratischer Verwaltung.

Handeln ist der Beginn von Neuem, von Beziehungen und die Erzählung von Geschichten, welche verbinden. Dabei ereignet sich ein Raum, eine Lücke, wie wir unsere Freiheit erfahren können, selbst dann wenn wir wissen, wie unfrei wir auch sein können. Freiheit beginnt dort, wo nicht alles sicher ist, wenn wir handeln, auch dann, wenn das Ergebnis noch offen ist und die Möglichkeit des Scheiterns ein Teil unseres Da-Seins beinhaltet. 



Hannah Arendt Movie Trailer. A film by Margarethe von Trotta.

Webseite Hannah Arendt

Der Sinn von Polititk ist Freiheit. Verstehen heist immer verstehen was auf dem Spiel steht.

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